Tempo 30: 4-5 Mal weniger Todesgefahr für Fußgänger:innen
ÖVP soll sich dazu bekennen, dass Sicherheit der Schwachen mehr zählt als Bleifuß-Fraktion
Eine Reihe internationaler Studien und Untersuchungen belegt, dass Tempo 30 die Verkehrssicherheit deutlich erhöht und die Lärmbelastung deutlich reduziert. Die Innsbrucker Grünen fordern deshalb von der ÖVP ein klares Bekenntnis, dass die Sicherheit der schwächsten Verkehrsteilnehmer:innen wichtiger ist als die Anliegen der Bleifuß-Fraktion – der für Sicherheit zuständige Vizebürgermeister Anzengruber sei hier in der Pflicht. Vergangenen Donnerstag haben die Innsbrucker und Tiroler Grünen gemeinsam ein umfassendes Tempo-30-Paket für Innsbruck vorgestellt, das ab März im Gemeinderat behandelt wird.
Ein 4-5 Mal höheres Todesrisiko bei Unfällen mit Tempo 50 statt Tempo 30, das konstatiert die OECD in ihrer jüngsten Studie. „Unter diesem Gesichtspunkt gibt es eine starke Empfehlung für Geschwindigkeitsreduktion in städtischen Gegenden“, heißt es in der Studie der „Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung“. (im Detail hier: speed-crash-risk.pdf (itf-oecd.org)). Die Stadt Wien und das deutsche Bundesumweltamt rechnen die Bremswege vor: Während ein Auto bei Tempo 50 wegen der Reaktionszeit nach 14 Metern immer noch mit 50 km/h unterwegs ist, steht es bei Tempo 30 nach 14 Metern bereits still. Das deutsche Bundesumweltamt hat eine Lärmreduktion um 2-3 Dezibel bei Tempo 30 im Vergleich zu Tempo 50 berechnet und eine mittlere Geschwindigkeitsreduktion von 16 km/h bei seltenen und von 18 km/h bei häufigen Kontrollen. Es komme außerdem bei Tempo 30 zu weniger besonders störenden Lärmschwankungen. (Wirkungen von Tempo 30 an Hauptverkehrsstraßen (umweltbundesamt.de))
„Genug geredet, jetzt ist es Zeit zu handeln.“, appelliert deshalb heute Grünen-Klubobfrau Janine Bex an die ÖVP mit dem für Sicherheit zuständigen Vizebürgermeister und andere Fraktionen, die sich von einer kleinen, aber lauten Bleifuß-Fraktion, davon abhalten lassen, das Richtige zu tun. „Wir werden gemeinsam mit den Bürger:inneninitiativen nicht ruhen, die wichtigste Verkehrssicherheitsmaßnahme durchzubringen, die Innsbruck braucht: Tempo 30 vor allen Bildungseinrichtungen und auf allen Wohn- und Nebenstraßen.“