Neue Traditionen zum Jahreswechsel gefordert
Bex/Jicha: „Die gesundheitsgefährdende Silvesterknallerei ist rückwärtsgewandt und öffentliche Feuerwerke ein klimaschädigendes Auslaufmodell“
Wie bereits im letzten Jahr sprechen sich die Grünen auch heuer wieder gegen die Knallerei zu Sylvester und für ein Verkaufsverbot von Feuerwerkskörpern aus. Die Gründe dafür sind vielfältig. „Die Tiere zuhause und im Wald werden von Feuerwerken stark verängstigt. Daneben belasten die Silvesterfeuerwerke allein in Österreich die Umwelt mit 61 Tonnen Feinstaub“, so die Sicherheitssprecherin im grünen Landtagsklub, Stephanie Jicha. Aber nicht nur der Feinstaub belastet die Umwelt. „Große Mengen an Plastikmüll landen jedes Jahr durch Feuerwerke in der Natur. Allein 1000 Tonnen auf den Äckern Österreichs. Darüber hinaus werden 95 % der Feuerwerkskörper in Indien und China unter lebensgefährlichen Bedingungen produziert, vom klimaschädigenden Transportweg nach Europa ganz abgesehen“, ergänzt die grüne Klubobfrau im Innsbrucker Gemeinderat, Janine Bex.
Aus den genannten Gründen fordern die beiden ein Umdenken und hoffen, dass Innsbruck nicht wie letztes Jahr die einzige Landeshauptstadt Österreichs ist, die mit dem Feuerwerk auf der Seegrube zum Jahreswechsel weiterhin öffentliche Gelder in den Himmel ballert. „Vieles war vor 20, 30 Jahren noch normal und ist heutzutage unvorstellbar. Und so ist es mit dem Silvesterfeuerwerk. Mittlerweile ist uns allen bewusst, dass wir uns mitten in einer Klimakrise befinden, die in einer Klimakatastrophe endet, wenn wir nicht die Kurve kriegen. Menschen interessieren sich dafür wo ihre Produkte herkommen und wollen weder Kinderarbeit noch weite Transportwege unterstützen. Daher ist auch die Zeit der Silvesterknallerei vorbei. Es gilt neue Traditionen zu etablieren, die in unsere Zeit passen“, so Jicha.
Ein gutes Beispiel wie neue Traditionen ausschauen können ist das umfangreiche Rahmenprogramm, das heuer in Innsbruck angeboten wird. Coronabedingt kann sich das Programm natürlich noch ändern. „Neben dem Zwergerlsilvester, dem Silvesterlauf und dem spektakulären 3-tägigen Silvesterspaziergang durchs Licht, bei dem unterschiedliche Fassaden an 6 verschiedenen Plätzen in Innsbruck lichttechnisch in Szene gesetzt werden, war eine Bühne vor dem Haus der Musik geplant. Da ist für alle was dabei. Für uns Grüne braucht es bei so einem vielfältigen Programm erst recht keine Silvesterknallerei mehr um Mitternacht auf der Seegrube. Und wenn wir die Menschen davon überzeugen wollen auf den Kauf und das Abfeuern von Feuerwerkskörpern zu verzichten, dann sollten wir als öffentliche Hand mit gutem Beispiel vorangehen“, so Bex.
Bereits 2016 hat sich der Stadtsenat einstimmig dafür ausgesprochen, dass das Silvesterfeuerwerk auf der Seegrube zum letzten Mal stattfinden wird. 5 Jahre danach hält weiterhin eine Mehrheit der im Innsbrucker Gemeinderat vertretenen Parteien daran fest. Die Entscheidung für das letztjährige Feuerwerk hat der Stadtsenat mit einer Mehrheit von ÖVP, FI und FPÖ gegen die Stimmen der Grünen beschlossen. Und heuer soll das Feuerwerk sogar noch verlängert werden. „Für uns Grüne ist das rückwärtsgewandte Politik. Die Zeiten haben sich geändert und es ist die Zeit reif sich endlich von diesem veralteten, gesundheitsgefährdenden sowie umwelt- und klimaschädigenden Brauch zu verabschieden und neue Traditionen zu etablieren“, so die beiden abschließend.
Hier der angesprochene Link des Landes Tirol:
https://www.tirol.gv.at/fileadmin/themen/umwelt/luftqualitaet/downloads/sonstige_Berichte/Feinstaubbelastung_zu_Silvester.pdf