Willi treibende Kraft bei der Revitalisierung der Linie 6
Bex, Willi: Innsbrucker Grüne seit jeher treibende Kraft bei der Revitalisierung der Linie 6
Mit Verwunderung reagiert Janine Bex, Mitglied im Marketingbeirat Linie 6, auf einen Zeitungsartikel mit Aussagen des ehemaligen Verkehrsstadtrats Rudolf Federspiel, demzufolge die Grünen die Linie 6 vernachlässigt hätten. Er, Federspiel, hätte hingegen stets ihren Erhalt und Ausbau gefordert.
„Das Gegenteil ist wahr“, so Bex. „Wir Grünen hatten bereits bei der GR-Wahl 2018 Reaktivierung und Ausbau der Linie 6 ganz oben im Wahlprogramm. Bürgermeister Georg Willi hat nach seinem Amtsantritt die von der ehemaligen grünen Verkehrsstadträtin Sonja Pitscheider gegründete gemeinderätliche „Arbeitsgruppe Linie 6″ rasch weitergeführt und einen Konsens unter allen Fraktionen erzielt, dass die Linie wieder ganztags zu betreiben und über die Linie 1 bis in den Norden der Stadt zu verlängern sei. Diese erste Ausbaustufe der 6er ist fertig geplant und kommt im April/Mai diesen Jahres. Bereits seit Dezember fährt sie wieder täglich“, stellt Bex klar.
„Selbstverständlich kämpfen wir Grünen seit jeher für die Igler Bahn“, schlägt Bürgermeister Georg Willi in dieselbe Kerbe. „Gleich zu Beginn der laufenden Gemeinderatsperiode habe ich eine Studie in Auftrag gegeben, in der von einem spezialisierten Planungsbüro die Möglichkeiten für die Attraktivierung untersucht wurden. Die Empfehlung der Studie wurde zum Wunschszenario für die gemeinderätliche Arbeitsgruppe. Weitere Detailstudien entstanden dann im Auftrag der IVB oder wurden von den IVB selbst erstellt. Jetzt steht die verlängerte 6er am Start. Im April geht’s los. Wir haben uns im Lauf der letzten Jahre immer wieder Gedanken zur Iglerbahn gemacht, Ideen geboren und wieder verworfen. Die Umsetzung war und ist auch von politischen Mehrheiten abhängig, deshalb hat es etwas länger gedauert“, so der Bürgermeister weiter.
Ein besonders interessantes Detail aus Innsbrucks verkehrspolitischer Vergangenheit:
„Rudolf Federspiel war amtsführender Stadtrat unter Bürgermeister Herwig van Staa von 1994 bis 2000. Besonders öffi-freundlich war seine Politik damals nicht. In seiner Zeit als Verkehrsstadtrat wollten er und van Staa auf Anraten der IVB die Linie 6 mit 31. Oktober 1996 sogar gänzlich einstellen, weil ihr Betrieb angeblich zu teuer geworden war. Nur laute Bürger:innenproteste mit über 6.000 Unterschriften bewirkten eine Gnadenfrist bis zunächst 1997. Gekürzt hat Federspiel die Igler Bahn trotzdem: statt bis zur Mühlauer Brücke durfte sie ab Juli 1997 nur noch bis zum Hauptbahnhof fahren, und auch das nur noch im Sommerhalbjahr. Von Oktober bis Mai endete sie bei Bergisel und war damit aus der Stadt verschwunden“, halten die Innsbrucker Grünen fest.
„Die FPÖ und federführend Federspiel ist also verantwortlich für diesen politisch gesteuerten Dornröschenschlaf“, stellt Janine Bex klar, die als Mitglied des Verkehrsausschusses stets die Interessen des öffentlichen Verkehrs hochhält.
Wobei die daraus resultierende notwendige Reduktion auf Minimalbetrieb zumindest das nötige politische und öffentliche Interesse erzeugte. Die zwischenzeitlichen Versuche, sie zu attraktivieren – aber nur für Tourist:innen und Ausflügler:innen und eben nicht für Alltagsfahrgäste – zeigen, dass es den Wert dieser Schieneninfrastruktur für die künftige klimaneutrale Alltagsmobilität zu heben gilt.
„Wir Grünen wollen nicht nur eine attraktive Ausflugsbahn, die die 6er zweifellos ist, sondern wir machen sie auch nutzbar für die Menschen, die auf schnellstem Weg von Igls nach Wilten wollen – kein Bus kann auf dieser Relation mithalten. Und für Schüler:innen und Pendler:innen aus dem Mittelgebirge ist sie die umsteigefreie Direktverbindung in den Norden der Stadt. Nach dem dreijährigen Probebetrieb soll sie, wenn es nach uns Grünen geht, eine noch größere Rolle im Innsbrucker Schienennetz spielen und weitere Ausbaustufen folgen.“
Um die Neuausrichtung demokratisch einzuleiten, wurde dann die gemeinderätliche Arbeitsgruppe organisiert.
„In der letzten Sitzung des Marketingbeirats Linie 6 habe ich eine Liste mit 23 konkret zu prüfenden, teils grün-intern bereits näher untersuchten Ideen und Vorschlägen an die IVB übergeben. Die 1900 eröffnete Igler Bahn gehört zu Innsbruck wie das Goldene Dachl. Als Bürgermeister ist es auch meine Aufgabe, zu wissen was den Innsbrucker:innen wichtig ist und was sie mögen, und auf diese Dinge aufzupassen. Wer die Linie 6 kennt, liebt sie, und ich will, dass wieder mehr Menschen sie kennen und lieben lernen. Kommen Sie und fahren Sie mit, es ist jetzt schon möglich, einmal stündlich und mit gesichertem Anschluss an die Linie 1. Oder kommen Sie mit dem Rad zur 6er, beim Bergisel haben wir auch viele Radbügel aufgestellt“, schließt Georg Willi.