Mehrheitswunsch der Bevölkerung spiegelt sich nicht im GR
Bex: Rechtskonservative Achse ignoriert seit Jahren Bürger:innen-Forderungen nach Tempo 30
Der Sprecher Norman Schadler der Bürger:inneninitiative Altpradl/Reichenau kritisiert zu Recht die Willkür bei den 30er-Abstimmungen im Gemeinderat. In dieser Gemeinderatsperiode lehnte eine schwarz-blaue Mehrheit die Einführung vom Tempo 30 – meist ohne eine inhaltliche Begründung – ab. Stellvertretende Klubobfrau Janine Bex urteilt: „Die rechtskonservative Achse ignoriert seit Jahren Bürger:innen-Forderungen nach Tempo 30. Zahlreiche Bürger:innen-Initiativen fordern Tempo 30 in ihrem Wohngebiet oder vor Bildungseinrichtungen – wie NIFF (Nachbarschaftsinitiative Fürstenweg Fischerhäuslweg) oder die Initiative zur Verkehrsberuhigung in der Reichenau.“
Zuletzt drängte der Betriebsrat für das wissenschaftliche Personal der Medizinischen Universität Innsbruck in der Schöpfstrasse auf Tempo 30. Initiativen wie diese werden von zentralen schwarz-blauen Entscheidungsträger:innen wie dem ehemaligen Gesundheits- und Sicherheitsstadtrat Anzengruber und dem Vizebürgermeister Lassenberger weitgehend ignoriert. Bei Stadtsenats-Abstimmung am Mittwoch über die Einführung in der Dreiheiligenstraße pochen die Grünen weiterhin auf das Anliegen der Bürger:innen für mehr Tempo 30.
„Es ist unverantwortlich, dass die mehrheitlichen Wünsche der Bevölkerung sich im Gemeinderat nicht widerspiegeln, der die Anliegen der Bürger:innen repräsentieren sollte. Auch das Engagement von Initiativen kann an der sturen Kontrameinung scheinbar nichts ändern“, kritisiert stv. Klubobfrau Janine Bex.
Dennoch gibt sich die grüne Gemeinderätin nicht geschlagen, die mittlerweile bereits unzählige Anträge auf eine Temporeduktion eingebracht hat: „Wir werden weiterhin um jeden 30er ringen, denn die Freude über eine weniger lärmende Straße und die erhöhte Sicherheit kommt häufig erst im Nachhinein.“ Tempo 30 hat sich in vielen Städten als effektive Maßnahme erwiesen, um die Verkehrssicherheit zu erhöhen. Langsameres Fahren reduziert das Unfallrisiko für Fußgängerinnen und Fußgänger, Radfahrerinnen und Radfahrer sowie Kinder erheblich. Darüber hinaus trägt Tempo 30 zur Lärmminderung bei und verbessert damit die Lebensqualität der Anwohnerinnen und Anwohner. Lärmbelästigung ist ein weit verbreitetes Problem in dicht besiedelten Gebieten, das zu Stress, Schlafstörungen und anderen Gesundheitsproblemen führen kann.
„Verkehrssicherheit, Lärmreduktion und Lebensqualität: Die Argumente liegen auf der Hand, scheinen aber bei manchen Parteien, die sich angeblich für die Sicherheit in unserer Stadt einsetzen, bewusst ignoriert“, erklärt Janine Bex die Blockadehaltung.