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21.04.2023 Presseinfo

Mehrheit für Luxuswohnungen wäre völlig falsches Signal!

Grundstück Innstraße 15 mit Villa.

Grüne kritisieren wahrscheinliches ja zu Betongold am Innrain 115

An der Adresse Innstraße 115 kaufte die Investmentfirma SCHWARZWEISS immobilien gmbh Grundstücke mit einer Gesamtfläche von 6.204 m2. Der Kaufpreis betrug 7.804.632 Euro, wie aus dem öffentlich einsehbaren Kaufvertrag vom Oktober 2017 hervorgeht. „Das sind 1.258 Euro pro Quadratmeter für ein sehr steiles Hanggrundstück – ein absurd hoher Preis“, erklärt Bürgermeister und Stadtplanungsreferent Georg Willi. Herzstück dieser Lokalität ist eine Villa aus dem späten 19. Jahrhundert – die sogenannte „rote Villa“. Zum Zeitpunkt des Kaufes wusste die Käuferin, dass eine Ausweisung als „charakteristisches Gebäude“ für die Villa bevorstand. Ein Umstand der, kombiniert mit der steilen Hanglage, den Preis in jedem Fall drücken hätte müssen. Das geplante Investorenprojekt sorgte bereits im vergangenen Jahr für heftige Diskussionen. Der ursprüngliche Bebauungsplan sah eine Nutzfläche von 3.500 m2 vor. Der Erhalt der Villa gemäß Stadt- und Ortsbildschutzgesetz konnte später rechtlich nicht durchgesetzt werden. Das charakteristische Gebäude kann allerdings auf freiwilliger Basis erhalten werden.

 

Der aktuelle Plan sieht eine Nutzfläche von max. 5.700 m2 – also mehr als 2.000 m2 mehr – als im rechtsgültigen Bebauungsplan vor. Begründet wird das mit den Kosten des Erhalts der Villa. Stadtplanung und der Innsbrucker Gestaltungsbeirat sprachen sich klar gegen die adaptierten Pläne aus – vor allem die fehlende Freispielung des historischen Bestandsgebäudes und der hohe Versiegelungsgrad – hier gehen wertvolle Grünflächen und eine Streuobstwiese verloren – waren Gründe für die negative Bewertung der zuständigen Fachstellen. Eine Mehrheit im SWP-Ausschuss (Stadtentwicklung, Wohnbau und Projekte) von ÖVP, FI, FPÖ und SPÖ beschloss – gegen die Stimmen der Grünen – dennoch das Projekt nach den Plänen der Investoren zu entwickeln. In der letzten Sitzung des Ausschusses sprachen sich dieselben Fraktionen nun für das neue, nach den Wünschen der Investoren dimensionierte Projekt aus, am kommenden Dienstag ist der Gemeinderat am Zug.

 

Diesem Projekt zuzustimmen wäre ein völlig falsches Signal, betont Bürgermeister Georg Willi: „Nachhaltige Stadtentwicklung braucht einen Dialog mit den Investorinnen und Investoren, der Innsbrucker Gemeinderat sollte sich bei Bauprojekten vehement für einen öffentlichen Mehrwert und einen sensiblen Umgang mit der Natur und historischen Stadtbild einsetzen. Hier passiert das Gegenteil!“, ärgert sich Willi und vertritt dabei auch den Standpunkt der Innsbrucker Grünen. Die dort geplanten Wohnungen lägen an einem der besten Plätze der Stadt – mit Blick auf den Inn, den Saggen, den Hofgarten und die Berge im Süden, erklärt Janine Bex, stv. Klubobfrau und SWP-Ausschussmitglied der Grünen und sei damit bestens für Höchstpreise am Wohnungsmarkt geeignet. „Viele können es sich schon jetzt kaum mehr leisten, in Innsbruck zu leben. Der Gemeinderat sollte dem entgegenwirken und nicht selbst als Preistreiber am Wohnungsmarkt fungieren, er sollte für Bürgerinnen und Bürger und nicht für Immobilienentwickler arbeiten“, schließt sie.