Gemeinderat als Preistreiber am Wohnungsmarkt!
Mehrheit aus ÖVP, FPÖ, FI und Teilen der SPÖ arbeitet für Investoren statt für die Bevölkerung
Mit den Stimmen von ÖVP, FPÖ, FI und Teilen der SPÖ wurde im heutigen Gemeinderat einem Bauprojekt an der Innstraße 115 zugestimmt, das viele Fehlentwicklungen am Innsbrucker Wohnungs- und Immobilienmarkt in sich vereint: Eine Investmentfirma kaufte dort ein 6.204 m2 großes Grundstück um 7.804.632 Euro – das sind 1.258 Euro pro Quadratmeter für ein sehr steiles Hangstück! Der ursprüngliche Bebauungsplan sah eine Nutzungsfläche von 3.500 m2 vor, damit wären der Erhalt von Grünflächen, unter anderem einer Streuobstwiese, und die adäquate Einbettung der dort angesiedelten sogenannten „roten Villa“ aus dem 19. Jahrhundert gesichert gewesen. Der im heutigen Gemeinderat durchgewunkene Plan sieht eine Nutzungsfläche von 5.700 m² – also über 2.000 m² mehr – vor und wurde bereits im vergangenen Jahr von Stadtplanung und dem Innsbrucker Gestaltungsbeirat klar abgelehnt. „Die Mehrheit im Innsbrucker Gemeinderat hat heute klar Stellung bezogen – und zwar für Investoren und ihr Betongold statt für die Innsbruckerinnen und Innsbrucker, die sich schon jetzt das Wohnen in der Stadt kaum noch leisten können“, ärgert sich Bürgermeister Georg Willi.
Auf völliges Unverständnis stößt die Entscheidung der Mehrheit im Gemeinderat auch bei Janine Bex, stv. Klubobfrau und SWP-Ausschussmitglied der Grünen. Alle Parteien würden immer von leistbarem Wohnen sprechen, bei den entsprechenden Abstimmungen aber nicht diesem Versprechen entsprechend handeln. „Bei ernsthaften Versuchen zum Beispiel Airbnb zu bekämpfen oder Möglichkeiten für Vorbehaltsflächen zu schaffen, bleiben die Hände unten, bei Luxuswohnungen von Investoren gehen sie nach oben – dieses inkonsequente Verhalten schadet den Innsbruckerinnen und Innsbruckern und treibt die Preise weiter nach oben“, bringt es Bex auf den Punkt.