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am 8. September

Neuer Klima-Bericht des Umweltbundesamtes fordert Umkehr beim Verkehr

Janine Bex - Innsbrucks Klimastrategie positiv erwähnt – Klimakrise bei Verkehrsplanung österreichweit zu wenig berücksichtigt.


Alle fünf Jahre legt das Umweltbundesamt, die öffentliche Einrichtung zur Evaluierung von Umwelt- und Klimaschutzmaßnahmen, einen Bericht vor. In diesem Bericht werden die Fortschritte und Mängel bei der Bekämpfung der Klimakrise und Maßnahmen zur Klimawandelanpassung angeführt und bewertet, ob die Maßnahmen zur Bekämpfung der Klimakrise ausreichend sind. Der diese Woche im Minister:innenrat vorgelegte Bericht (Zweiter Fortschrittsbericht – Executive Summary (wko.at) zeigt für die Jahre 2015-2020 gravierende Mängel bei Österreichs Klimaschutzbemühungen auf: dem Thema Klima komme „noch lange nicht die Bedeutung zu, die unzweifelhaft notwendig ist“ und angesichts des „fortschreitenden Klimawandels, der in letzten Jahren zu zahlreichen extremen Wetterereignissen und beträchtlichen Schäden geführt hat, steigt die Dringlichkeit für entsprechende Vorsorge“, heißt es im Resümee des 34-seitigen Berichts, der bereits für heute 2 Milliarden Euro Klimaschäden pro Jahr in Österreich konstatiert und ab 2030 von 3 bis 6 Milliarden Euro jährlichen Klimaschäden berichtet. „Die Auswirkungen des Klimawandels werden in relevanten strategischen Entscheidungen immer noch unzureichend berücksichtigt. Damit bleibt ein zentrales Ziel der österreichischen Anpassungsstrategie nach wie vor unerfüllt“, heißt es abschließend im Bericht, in dem auch die Bedeutung der regionalen Entscheidungen hervorgehoben wird. Die von Städträtin Uschi Schwarzl getragene Innsbrucker Klimawandelanpassungsstrategie und der zugehörige Aktionsplan werden im Bericht positiv hervorgehoben. 


Besonders kritisch sieht der Bericht die Zunahme des Verkehrs, insbesondere des motorisierten Individualvekehrs – hier wird die Dringlichkeit der Förderung klimaverträglicher Verkehrsmittel hervorgehoben und die Zunahme an Verkehrsflächen um 20% seit 1995 vor allem in Zusammenhang mit klimaschädlicher Bodenversiegelung problematisiert. Für die Innsbrucker Grünen ist das nach der Klimalandkarte des Instituts für Höhere Studien, in der u.a 45% der Bürger:innen sagen, der Ernst der Lage in punkto Klimakrise sei von der Politik noch nicht erkannt worden, ein erneuter Weckruf an jene politischen Fraktionen, die nach wie vor die Klimakrise leugnen oder nicht bereit sind, notwendige Maßnahmen mitzutragen. „Es hilft gegenüber der Erdüberhitzung gar nichts, den Kopf in den Sand zu stecken und weiter eine Verkehrspolitik wie in den 1960er-Jahren zu propagieren. Ganz im Gegenteil: Das schadet der Stadt, das schadet dem Klima und das schadet den nächsten Generationen“, sagt Grünen-Klubobfrau Janine Bex. Der 5-Jahres-Bericht des Umweltbundeamts sei ein objektiver Grund mehr, weiter auf die Reduktion des PKW-Verkehrs und den Ausbau umweltfreundlicher Mobilitätsformen zu setzen, so wie es die Innsbrucker Grünen seit Jahren fordern und umsetzen.