Bezirkegruene.at
Navigation:
am 12. August

Innsbrucker Grüne stellen Studie „Autofreie Innenstadt“ vor

Georg Willi, Uschi Schwarzl, Janine Bex - Großräumige Umgestaltung des Park- und Verkehrssystems für mehr Grün und mehr Aufenthaltsqualität ist möglich.


Was internationale Großstädte wie Paris und Barcelona sowie mit Innsbruck vergleichbare Städte wie die deutsche Partnerstadt Freiburg machen, das haben die Grünen jetzt auch für Innsbruck untersuchen lassen. Die vom renommierten Innsbrucker Büro für Verkehrs.- und Raumplanung (BVR) durchgeführte Studie zeigt, dass mit einer großräumigen Umgestaltung des Verkehrs- und Parksystems eine an der Oberfläche von parkenden Autos befreite Innsbrucker Innenstadt machbar ist. Anstatt wie heute eine zehn Fußballplätze große Fläche der innerstädtischen Oberflächen für oberflächlich parkende Autos zu verbrauchen, würde eine Umsetzung der in der Studie vorgeschlagenen Maßnahme Platz für mehr Fußgänger*innenzonen, breitere Gehsteige, Radverkehrsanlagen, für Grünflächen und für wertvolle Geschäftsflächen für Gastronomie und Handel schaffen. Bürgermeister Georg Willi sieht auch einen kürzlichen Arbeitsbesuch in der Partnerstadt Freiburg beim Freiburger Bürgermeister Martin Horn als Bestätigung, dass die Menschen und die Wirtschaft davon profitieren, wenn vormalige Parkstraßen in wertvolle öffentliche Aufenthaltsflächen umgestaltet werden. „Wir Grüne wollen hier in Innsbruck schrittweise die große Vision von einer autofreien Innenstadt umsetzen“, sagt der Innsbrucker Stadtchef. Die Umgestaltung der Innenstädte sei nicht nur eine gestalterische Frage, sondern auch ein Beitrag zum Kampf gegen die Klimakrise, weil der motorisierte Verkehr nach wie vor der größte Verursacher von klimazerstörendem CO2-Ausstoß ist. Das vorgeschlagene Konzept versteht sich als zeitgemäße Fortführung und Weiterentwicklung des seit 1990 nur teilweise umgesetzten Verkehrskonzepts.

Konkret sieht die Studie im Rahmen einer großräumigen Umgestaltung des Park- und Verkehrssystems auf zwei Wegen vor, öffentlichen Raum in der Innenstadt zu schaffen, wo bereits heute der Großteil der Menschen mit dem öffentlichen Personenverkehr, zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs ist: Zum einen soll parkenden AnwohnerInnen ein Angebot in angrenzenden Parkzonen gemacht werden. Dafür müssen außerhalb der Innenstadt Kurzparkzonen durch reine Anwohner*innenparkzonen ersetzt werden. Wer trotz des vorhandenen dichten und leistbaren Angebots im öffentlichen Personenverkehr aus praktisch allen naheliegenden Destinationen noch immer mit dem PKW in die Stadt kommt, muss anstatt an der Oberfläche zu parken, in die Tiefgaragen ausweichen. „Wir sind mit zahlreichen laufenden Platzgestaltungen in Innsbruck schon auf dem Weg in Richtung verkehrsberuhigte Innenstadt, aber wir Grüne wollen aufzeigen, was über die laufenden Projekte hinaus alles möglich ist“, sagt die grüne Mobilitätsstadträtin Uschi Schwarzl. Und Klubobfrau Janine Bex betont: „Man weiß heute aus allen internationalen Untersuchungen, dass eine Aufwertung des öffentlichen Raums durch Aufenthaltsflächen für Menschen – statt Aufenthaltsflächen für Autos – nicht nur die Lebensqualität der AnwohnerInnen steigert, sondern, dass auch der Handel und die Gastronomie davon profitiert, wenn aus Parkplatzstraßen belebte Fußgänger*innen- und Begegnungszonen werden.“


Die konkrete Vision aus der Studie erläutert der Autor vom Büro für Verkehr- und Raumplanung, Mag. Hannes Reinstaller: Hereinfahrende Autos unter die Erde, parkende AnwohnerInnen in angrenzende Zonen und eine Umorganisation des Verkehrssystems im Stadtzentrum, nach dem Prinzip „Zufahrt statt Durchfahrt“ um so den Autoverkehr zu reduzieren. Das sei das Erfolgsrezept anderer Städte bei der Attraktivierung der Innenstädte. Im Innsbrucker Stadtzentrum ist heute eine 10 Fußballplätze große Fläche (100.000 Quadratmeter) alleine für Parkplätze reserviert, das sind ca. 10.000 Parkplätze. Schon eine Verlagerung von weniger als 10% aller Stellplätze in angrenzende Gebiete, würde in der Innenstadt zu einem an der Oberfläche weitgehend autofreien Kernbereich zwischen Fallmerayerstraße und Wilhelm-Greil-Straße führen. Eine Umorganisation des Verkehrssystems in der Innenstadt würde zudem einen verkehrsberuhigten und die dadurch ermöglichte Neugestaltung massiv aufgewerteten Bereich um den autofreien Kern herum im Bereich zwischen Bahnhof, Triumphpforte und Bürgerstraße ermöglichen.


„Unsere Studie zeigt, dass die autofreie Innsbrucker Innenstadt fachlich, verkehrs- und raumplanerisch möglich ist, wenn der politische Wille dafür vorhanden ist“, sagt der Studienautor Hannes Reinstaller. Bürgermeister Georg Willi und Mobilitätsstadträtin Uschi Schwarzl werden die Studie kommende Woche, am 18. August um 18 Uhr im Fotoforum West, auch öffentlich vor- und zur Diskussion stellen. AnrainerInnen der möglichen autofreien Innenstadt bekommen dieser Tage Informationsmaterial von den Innsbrucker Grünen zugeschickt. Erste Schritte der Umsetzung sollen vom Adolf-Pichler-Platz und von der bestehenden Begegnungszone Meraner Straße – Wilhelm-Greil-Straße – Erler Straße aus erfolgen. Von hier aus solle eine autofreie Innsbrucker Innenstadt sukzessive wachsen. Die Finanzierung einer detaillierten Planung der großräumigen Entlastung der Innenstadt von PKW und eine Budgetreserve für erste größere Umsetzungsschritte, soll in das kommende Doppelbudget einfließen. „Die Umsetzung des gesamten Projekts ist fachlich in fünf Jahren machbar“, sagt der Experte vom Planungsbüro BVR.

Plan Parken Innenstadt

Plan Parken Innenstadt 2

Plan Parken Innenstadt 3