Bezirkegruene.at
Navigation:
am 9. Juli

Grazer Modell für „Sicher 30“ wäre optimal für Innsbruck

Renate Krammer-Stark - „Mehr Lebensqualität und weniger Lärm in Innsbrucks Wohngebieten“

Mit konkreten Beispielen und mit einem Erfahrungsbericht aus Graz bringen sich heute die Grünen erneut in die Debatte um „Sicher 30“ und die weiteren von Mobilitätsstadträtin Uschi Schwarzl vorgeschlagenen Maßnahmen für weniger Lärm und mehr Lebensqualität in Innsbruck ein: Klubobfrau Renate Krammer-Stark ist selbst in einer BürgerInneninitiative für Verkehrsberuhigung am Fürstenweg aktiv und berichtet: „Der Fürstenweg war in den 1960er-Jahren als Stadtautobahn geplant und genau so breit ist er auch. Mit der Entwicklung der Stadt und zahlreichen neuen Wohngebieten haben sich die Anforderungen an das städtische Verkehrsnetz aber verändert. Je niedriger das Tempolimit, desto schmaler die Straßen, desto mehr Platz ist für andere Nutzungen des in Innsbruck ohnehin knappen öffentlichen Raums“, erklärt die grüne Klubobfrau. Sie erhofft sich von einem niedrigeren Tempolimit mehr Sicherheit und Vorrang für StraßenbenützerInnen, die zu Fuß oder mit dem Fahrrad in der Stadt unterwegs sind.


Aus Graz meldet sich der Verkehrssprecher der Tiroler Grünen Michael Mingler, der sich vor Ort von der Wirksamkeit von „Sicher 30“ überzeugt hat. Graz hat bereits Anfang der 1990er-Jahre alle städtischen Straßen mit Ausnahme der Vorrangstraßen zu 30er-Zonen gemacht und gilt europaweit diesbezüglich als Vorzeige-Modell. 80% der Grazer Straßen haben „Sicher 30“ und 80% der Unfälle passieren dort, wo noch höhere Tempolimits gelten – noch, wie Michael Mingler betont: Denn die Bestrebungen in Graz gehen eher in Richtung einer weiteren Ausdehnung des Tempolimits auf einzelne Vorrangstraßen, die bisher noch ausgenommen waren. Zahlreiche Großstädte wie Berlin und Leipzig haben in den letzten Jahren nach dem Vorbild von Graz Pilotversuche gestartet. „Ich bin mir sicher, dass die vielen guten Argumente von Uschi Schwarzl wirken und dass Innsbruck über kurz oder lang mit „Sicher 30“ besser fährt als wenn bei erlaubten 50 km/h mit 70 km/h und mehr durch manche Wohnstraßen gerast wird“, sagt der Verkehrssprecher der Tiroler Grünen.

Michael Mingler weist abschließend darauf hin, dass durch die Ausweitung von Tempo 30 der Verkehrslärm nachhaltig reduziert werden kann: "Die Gesamtlärmstudie für Innsbruck zeigt, dass nicht die Autobahn oder der Flugverkehr, sondern der gewöhnliche Straßenlärm AnrainerInnen am meisten stört.  Durch Tempolimit 30 statt 50 kann die Lärmbelastung um fünf Dezibel gesenkt werden, wobei bereits  eine Senkung um 3 Dezibel als Halbierung des Verkehrs wahrgenommen wird. Der Gewinn für Gesundheit und Lebensqualität der AnrainerInnen durch Tempo 30 ist also offenkundig."