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am 24. January

Der besondere Charakter von St. Nikolaus wird geschützt

Marcela Duftner, Gerhard Fritz, Georg Willi - Heute beschließt Gemeinderat Bausperre.

Ein Teil von St. Nikolaus - aber eben leider nur ein Teil - ist Schutzzone nach dem SOG. Allerdings: Nach dem geltenden SOG können auch Abbrüche nicht verhindert werden, nur beim Neubau muss ein Projekt mit dem Sachverständigenbeirat abgestimmt werden.


„Nicht jedes einzelne Haus ist ein baukünstlerisches Juwel, aber dennoch machen alle diese Häuser in ihrer Gesamtheit St. Nikolaus, den ältesten Stadtteil von Innsbruck, zu etwas ganz Besonderem, das wir auch erhalten wollen“, so Gerhard Fritz, Gemeinderat der Innsbrucker Grünen. Auch der Bürger*innenbeteiligungsprozess Anpruggen hatte als ein ganz wesentliches Ergebnis, dass die Charakteristik dieses Stadtteils erhalten und vor Abbruch Spekulation geschützt werden soll.


"Es war mir daher ein ganz besonders Anliegen, dass diesem Wunsch auch mit entsprechenden rechtlichen Instrumenten Rechnung getragen wird", so Bürgermeister Georg Willi als Amtsführender der Stadtplanung.


Heute liegt dem Gemeinderat ein EINSTIMMIGER Antrag des Stadtentwicklungsausschusses vor, eine Bausperre im Hinblick auf einen neuen Bebauungsplan zu erlassen, der gerade ausgearbeitet wird. Der neue Bebauungsplan wird  - wie auch schon ein früherer, der aber durch die Neufassung des TROG nicht mehr gültig ist -  ziemlich strenge Regelungen beinhalten, die darauf abzielen, dass Renovierungen und auch maßvolle Um- und Zubauten, und auch Neubauten in einem ortsbildverträglichen Maß möglich sein sollen, aber der Spekulation damit, zunächst mal abzubrechen und zu schauen, wieviel Kubatur bei einem Neubau herauszuholen ist, einen Riegel vorschieben. Eine Bausperre ist übrigens kein absolutes Bauverbot. Projekte, die den Zielen, die mit der Bausperre verbunden sind, entsprechen, dürfen realisiert werden.


"Damit wird - hoffentlich - der Gemeinderat ein klares Signal senden, dass der Wunsch der großen Mehrheit der Bevölkerung in St. Nikolaus, den Stadtteil in seiner besonderen Schönheit zu erhalten, auch respektiert wird,", freuen sich die Grünen Mitglieder des Stadtentwicklungsausschusses Marcela Duftner und Gerhard Fritz. Die Stadtplanung habe sich ja unter der Amtsführung von Fritz immer schon bemüht - aber halt mangels scharfer Instrumente, auf freiwilliger Basis, also im Konsens mit Bauwerber*innen - Abbrüche zu verhindern und Umbauten in das Ortsbild einzupassen, in einigen Fällen auch sehr erfolgreich.

Mit der vorübergehenden Bausperre und dann mit dem neuen Bebauungsplan (dessen Inhalte im Rahmen der Weiterführung des Anpruggen-Prozesses auch breit diskutiert werden) wird ein klarer Rahmen gesetzt, was geht und was nicht geht - damit St. Nikolaus jener charakteristische und liebenswerte Stadtteil mit hoher Lebensqualität bleibt, der vielen Menschen ans Herz gewachsen ist.