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am 15. Februar

Der Patscherkofel, die Mehrkosten und die Grünen

- Der Klub der Innsbrucker Grünen steht dem Projekt Naherholungs- und Freizeit -Hausberg Patscherkofel mit überwiegender Mehrheit positiv und mit großem Gestaltungswillen gegenüber.

Die eigentliche Entscheidung für einen Neubau der Bahn hat schon mit dem Rückkauf der Anlagen am Patscherkofel begonnen, seit dem konnten wir viele grüne Vorstellungen, etwa die Reduktion auf nur eine Lifttrasse und die Renaturierung von 30.000 m2 Wald, die Rodelbahn oder die Nutzung des Speicherteichs, einbringen und unsere Koalitionspartner_innen überzeugen.

Visualisierung neue Patscherkofelbahn Bergstation
Der Standort der Bergstation ist ohne echte Alternativen.

Die Kosten der neuen Patscherkofelbahn

Die Entscheidung für die Entwicklung des Naherholungsgebiets am Patscherkofel durch die Stadt ist bereits im Frühjahr 2014 durch den Kauf Anlagen von Schröcksnadel für 10,7 Mio. Euro mit einer breiten Mehrheit im Gemeinderat erfolgt. Im Oktober 2015 wurde ein Kostenrahmen von 41 Mio. Euro und damit der Neubau der Bahn beschlossen – auch damals mit großer Mehrheit und im Wissen, dass die Kosten variabel und für manche Bereiche nicht festgelegt sind.

Die Zahlen zum Patscherkofel – Klub der Innsbrucker Grünen, Stand 13.2.17

Grüne für Kontrolle und Transparenz

Seit den ersten Hinweisen auf höhere Kosten insbesondere bei den Hochbauten wurde ein von den Grünen gefordertes Kontrollgremium eingerichtet und eine erneute Einbindung des Gemeinderats und eine transparente Information der Bürger_innen eingefordert und erreicht. Die oftmals als Budgetkosmetik bezeichnete und von den Grünen verlangte Reduktion der Budgetansätze 2017/18 hatte genau dieses Ziel und den Effekt, dass die tatsächlichen Kosten jedenfalls dem Gemeinderat transparent gemacht und zur Beschlussfassung vorgelegt werden müssen.

Die Vorteile der neuen Bahn

Auch wenn Kostensteigerungen vor allem im Hinblick der gegen die Grünen beschlossenen Steigerungen bei den IVB-Tarifen und den Kürzungen bei der Mietzinsbeihilfe ärgerlich sind, überwiegen weiterhin – wie schon beim Beschluss 2015 – die Vorteile des Kofelpakets. An dieser mehrheitlichen Einschätzung des grünen Klubs hat sich seit dem Beschluss von 2015 nichts geändert. Die Konzession der stark sanierungsbedürftigen Pendelbahn läuft aus, ein Weiterbetrieb der vielen Anlagen wäre mit hohen finanziellen Verlusten verbunden.

Die neue Bahn bringt
– den barrierefreien Zugang zu Almen und dem Zirbenweg
– erstmalige Erschließung von Heiligwasser
– die Reduktion auf nur eine Lifttrasse gibt dem Kofel 30.000 m2 Wald zurück
weniger Kosten im Betrieb
– eine neue Rodelbahn
– die Nutzung des Speicherteichs zum Baden
– mehr Orientierung zum Sommertourismus und damit eine klimagerechte Gesamtentwicklung

Ein Aus für den Neubau würde bedeuten über Jahre keine funktionierende und dennoch teure Infrastruktur am Kofel zu haben. Und selbst wenn man das in Kauf nimmt, stellt sich weiter die Frage, wer die gestrandeten Kosten verantworten soll und wie die Alternativen aussehen sollen, die nicht noch höhere Kosten verursachen. Der Gemeinderatsklub der Innsbrucker Grünen hat jahrelang und ausführlich Vor- und Nachteile diskutiert, will den Neubau weiter kritisch und konstruktiv begleiten und ist mit großer Mehrheit davon überzeugt, dass die BürgerInnen das neue Angebot gerne und gut annehmen werden. Die Erfahrungen auf der Nordkette machen sicher. Gerne beantworten wir alle Anfragen über unsere Social-Media-Kanäle oder per Mail an innsbruck@gruene.at.

Zur Revitalisierung des Patscherkofels bekennt sich auch Grün-Gemeinderat Mesut Onay. Seine Gegenstimme zum vorliegenden Antrag begründet er mit den erhöhten Investitionskosten. Es gehe um zu viel Geld und es habe bereits zu viel Unvorhergesehenes gegeben, um ein weiteres Mal eine so hohe Summe von Steuergeld freizugeben. Der Gemeinderat sollte die notwendige Zeit investieren, um die offenen Fragen umfassend klären zu können.