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am 26. April

Nicht weiter in alten Spuren fahren: Bustourismus muss neu gedacht werden

Janine Bex - Innsbrucker Grüne zweifeln an Nachhaltigkeit von zweistelligem Millionenprojekt "Bustiefgarage".

Wenig von der Idee, Reisebusse auch in Zukunft mitten in die Innenstadt zu schleusen und für einen zweistelligen Millionenbetrag eine bombastische Busparkhaus-Infrastruktur mit Ablaufdatum zu errichten, hält Janine Bex, Klubobfrau der Innsbrucker Grünen. „Andere Städte mit viel Bustourismus haben längst stadt- und klimaverträgliche Lösungen realisiert. Gerade die innovative Tourismushochburg Innsbruck darf nicht weiterhin in alten Spuren fahren“, so Janine Bex. „Salzburg etwa hat die Reisebusse erfolgreich aus dem Stadtkern herausgenommen und bietet ein App-gestütztes Leitsystem mit Terminals wie auch einen großen Park&Ride-Platz an, auf dem die Tourist:innen auf den öffentlichen Verkehr umsteigen. So etwas ist auch in Innsbruck sinnvoll. Die Wertschöpfung verteilt sich damit besser und die Menschen können die ganze Stadt kennenlernen, nicht nur den Bereich vom Hofgarten bis zur Altstadt.“ 

Zu der aufgeheizten Diskussion meldet sich auch der Tourismussprecher der Grünen im Landtag, Georg Kaltschmid, zu Wort: „Das ist einmal wieder typisch. Kaum hinterfragt man alte und überholte Strukturen im Tourismus, wird die Diskussion darüber gemieden wie vom Teufel das Weihwasser,“ so Kaltschmid. „Nur, weil man auf Fehlentwicklungen hinweist, heißt das nicht, dass man gegen etwas ist. Wir Grünen wissen genau, wie wichtig der Tourismus für Tirol und selbstverständlich auch für Innsbruck ist“, so der Grüne, der selbst Hotelier am Walchsee und Vorstand des dortigen Tourismusverbandes Kaiserwinkl ist. Die entscheidende Frage sei aber, welche Form von Tourismus unterstützt wird und ob dafür wertvolle innerstädtische Flächen für zweistellige Millionensummen neu bebaut werden sollen.

„Wir haben gesehen, dass der sogenannte Bustourismus in Innsbruck nicht zum gewünschten Erfolg geführt hat und gerade bei den Innsbrucker:innen immer weniger Zustimmung findet. Gerade jetzt ist es an der Zeit, den Tourismus auch in Innsbruck kritisch zu hinterfragen. Hierzu braucht es eine Diskussion ohne Scheuklappen“, sagt Georg Kaltschmid.

Das Motto müsse lauten: Gutes soll erhalten, Neues muss  ermöglicht werden. Klar im Vordergrund müsse hier ein ökologisch verträglicher und ökonomisch erfolgreicher Tourismus stehen. Qualität statt Quantität dürfen hier nicht nur Schlagworte sein, hier müssen auch konkrete Konzepte entstehen und Maßnahmen erfolgen. „Denn mit Bustourist:innen, die in zwei Stunden durch die Stadt huschen, ein Bild vom Golden Dachl machen, eventuell ein Mitbringsel kaufen und dann für 25 € mit Halbpension irgendwo in einem Vorort übernachten, werden wir diesem Ziel sicher nicht gerecht,“ so der Grüne Tourismussprecher im Tiroler Landtag.