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am 29. Juni

Innsbruck setzt auf noch mehr klimafreundliche Öffis und Unterstützung des Bundes

Georg Willi, Uschi Schwarzl, Janine Bex - Testfahrt der neuen E-Busse.

"Mit dem bisherigen Ausbau der Tram konnten wir bereits mehr als 50 Prozent der Fahrten im öffentlichen Verkehr in der Kernzone Innsbruck dekarbonisieren. Jetzt müssen wir sehr rasch auch mit der Dekarbonisierung der verbleibenden Hälfte beginnen", erklärt Bürgermeister Georg Willi im Rahmen einer gemeinsamen Testfahrt der neuen E-Busse, die in der Tiroler Landeshauptstadt zum Einsatz kommen.

„Die Innsbrucker Verkehrsbetriebe und der Verkehrsverbund Tirol haben in Zusammenarbeit mit der Universität Innsbruck und weiteren Instutionen eine Strategie zur Dekarbonisierung ausgearbeitet, die E-Busse, O-Busse und auch den weiteren Ausbau des hochrangigen Schiennahverkehrs, also der Tram, beinhaltet. Die Umsetzung wird viel Geld kosten, dafür brauchen wir jetzt dringend die Unterstützung vom Bund", so Willi weiter.

Auch für Grünen-Klubobfrau Gemeinderätin Janine Bex ist für eine nachhaltige Dekarbonisierung des öffentlichen Verkehrs die Unterstützung des Bundes ausschlaggebend: "Die Abkehr vom Dieselmotor bei den Bussen ist ohne Zuschüsse für keine Stadt in größerer Zahl machbar, auch nicht für Innsbruck. Wir sind bereit für die Umstellung auf emissionslose Antriebe und können sofort loslegen, wenn die Republik uns dabei ausreichend unterstützt."

"Das fossile Zeitalter geht zu Ende, auch im öffentlichen Verkehr. Innsbruck ist bereit für die Umstellung seines gesamten Nahverkehrs auf einen Mix verschiedener elektrischer Antriebstechnologien. Wenn wir wissen, dass die Bundesförderungen fließen werden, können wir nicht nur den weiteren Ausbau des Tram-Netzes in die Wege leiten, sondern auch bereits nächstes Jahr die ersten E-Busse ankaufen, um dann bis 2035 alles umgestellt zu haben", ergänzt Mobilitäts-Stadträtin Uschi Schwarzl.

An dieser Unterstützung des Bundes wird aktuell gearbeitet, sie soll parallel zum Inkrafttreten des neuen Straßenfahrzeugebeschaffungs-Gesetz erfolgen, der Umsetzung der sogenannten „Clean Vehicles Directive“ der Europäischen Union. Diese EU-Richtlinie gibt öffentlichen Auftraggebern wie Gebietskörperschaften und deren Unternehmen Mindestziele für die Beschaffung sauberer Straßenfahrzeuge vor. Wenn sie etwa Busse, Pkw oder auch Lkw kaufen, anmieten, oder Transportleistungen an Externe vergeben, muss ein bestimmter Anteil emmissionsfrei sein. Bis 2030 betragen diese Anteile 38,5 Prozent bei PKW, 65 Prozent bei Bussen und 15 Prozent bei LKW, um die Dekarbonisierung des Straßenverkehrs schrittweise weiter voran zu treiben.

Als Nationalratsabgeordneter hat Hermann Weratschnig, Verkehrssprecher der Grünen, das neue Bundesgesetz und die Gestaltung der notwendigen Förderungen mitverhandelt: „Mit dem Straßenfahrzeugebeschaffungs-Gesetz machen wir die Straßen sauberer und lärmarm. Bei den Stadtverkehren, wie in Innsbruck, werden zukünftig batterieelektrische E- Busse unterwegs sein. Bei den Überlandbussen und in den Bergregionen wird es auch Wasserstoff-Busse geben. Wir dürfen aber nicht unterschätzen, dass sich der Batteriebetrieb jährlich mit riesigen Schritten weiterentwickelt. Der Markt wird sich für eine emissionsfreie, praxistaugliche und kosteneffiziente Lösung entscheiden“, ist der Abgeordnete aus Schwaz überzeugt.

Das Gesetz wird am Dienstag im Justizausschuss behandelt und soll in der kommenden Nationalratssitzung ab 7. Juli vom Parlament beschlossen werden. Gleichzeitig wird auch an den Förderrichtlinien gearbeitet. Der Bund soll bis zu 85 Prozent der Mehrkosten übernehmen, die durch die Beschaffung klimafreundlicher Fahrzeuge anfallen, um die Gemeinden auf diesen Weg zu unterstützen.

"Dieselbusse sind ein Auslaufmodell. Die elektrische Tram hingegen ist in Innsbruck seit 130 Jahren eine große Erfolgsgeschichte“, weiß der Innsbrucker Bus- und Bahnexperte Manni Schneiderbauer: „Heute kommen weitere, mittlerweile ausgereifte Technologien wie Batterie-E-Busse und Unterwegslader-Obusse dazu. In den nächsten Jahren wollen wir die Tram weiter ausbauen und im Busbereich weitere moderne elektrische Verkehrsmittel einführen. Das kann keine Stadt alleine stemmen, aber mit Bundesunterstützung schaffen wir das!"​