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am 11. Oktober

Eine lebendige Stadt braucht freie Flächen

Uschi Schwarzl - Innsbruck hat mindestens 600.000 Quadratmeter oberirdische Parkplatzflächen – Schwarzl hat „verkehrsberuhigte Stadt“ als Ziel.


In ihrem Beitrag zur heutigen Aktuellen Stunde des Innsbrucker Gemeinderats, in der über die Nutzung der städtischen Flächen diskutiert wurde, hat Mobilitätsstadträtin Uschi Schwarzl die Unterschiede zwischen den Fraktionen hervorgehoben und gleichzeitig betont, dass sich die Stadtregierung mit dem Vorrang für FußgängerInnen, Rad, Öffis und Freizeitnutzung mit dem Großteil der InnsbruckerInnen auf einer Linie sieht. Erste Erhebungen des städtischen Amtes für Statistik zeigen, dass in Innsbruck über 600.000 Quadratmeter sichtbare oberirdische Parkplatzflächen das Stadtbild prägen. Das entspricht der Wohnfläche von 17.000 Garconnieren mit 35 Quadratmetern Grundfläche. „Ich möchte mit diesen Zahlen verdeutlichen, dass wir in Innsbruck dem Autoverkehr sehr viel Platz einräumen. Und ich möchte die Absicht der Stadtregierung untermauern, eine gerechtere Verteilung der städtischen Flächen zu Gunsten von Spielplätzen, von Parks, von Gastgärten und Flanierzonen für Wirtschaftsbetriebe herbeizuführen“, sagt die Stadträtin der Innsbrucker Grünen.


Das habe nicht nur einen unmittelbaren Sinn, weil lebendige Städte mehr Lebensqualität bringen als Städte, die ein einziger Parkplatz sind – es trage auch zum Kampf gegen die Klimakrise bei. „Es gibt die Fraktionen, die sagen: Wir haben keine Klimakrise, wir fahren mit 140 auf der Autobahn und produzieren weiter Strom aus Kohle und Gas. Und es gibt die Fraktionen, die sagen: Wir haben eine Verantwortung für die Kinder und wollen ihnen einen Planeten übergeben, auf dem man auch in 100 Jahren noch ohne Sauerstoffflasche auf die Straße gehen kann.“ Wer letzteres wolle – nämlich den Kampf gegen die Klimakrise gewinnen – müsse den Umweltverbund bevorzugen und den Individualverkehr auf das nötige Mindestmaß reduzieren. „Es gibt viele Menschen, für die das Auto tatsächlich alternativlos ist. Aber die Mehrheit der Menschen wäre längst bequemer, billiger und umweltfreundlicher mit Bus und Tram statt mit dem eigenen PKW unterwegs“, betont Uschi Schwarzl und zählt Anreize auf, mit denen die Stadt Innsbruck den Umstieg erleichtern will: „Wir verkaufen ein Jahresticket um einen Euro pro Tag, wie bauen im Monatstakt neue Linien, wir sind mit modernstem Material unterwegs und wir geben den Öffis Vorrang und machen sie damit konkurrenzlos, was die Zeit für eine Fahrt durch die Stadt betrifft.“


Dass es bei dem Verteilungskampf um öffentlichen Raum zu Reibungsflächen komme, sei selbstverständlich. „Für jeden Radweg auf bestehendem Straßengrund muss ein halber Fahrstreifen oder ein ganzer Parkplatzstreifen weg. Und in jeder Begegnungszone müssen AutofahrerInnen runter vom Gas, damit es für alle sicher ist.“ Aber die Prioritäten sind für die Grün-Stadträtin klar: „Wo immer wir Menschen nach ihren Bedürfnissen fragen, wollen sie weniger Verkehr und weniger Lärm und bessere Luft vor ihrer Haustüre. Das muss man dann fairerweise auch jedem und jeder anderen zugestehen“, unterstreicht Uschi Schwarzl ihrer Vision einer verkehrsberuhigten Stadt.