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am 6. September

Wir fordern verantwortlichen Umgang der Bezirke mit islamischen Bestattungen

Gerhard Fritz - Muslimische Tiroler*innen, auch aus Gemeinden mit einem hohen Bevölkerungsanteil an Muslim*innen, sehen sich momentan noch gezwungen, ihre Verstorbenen auf dem islamischen Grabfeld des Innsbrucker Ostfriedhofs zur ewigen Ruhe zu betten.

Den Betroffenen wird durch fehlende Möglichkeiten in ihren Heimatbezirken nicht nur eine längere Anfahrt zur Grabstätte zugemutet; durch den Auswärtigenzuschlag laut Friedhofsgebührenordnung kann dies sozial Schwächere auch finanziell treffen.

"Gerade unter dem Gesichtspunkt der Integration ist es wichtig, dass sich die Tendenz fortsetzt, dass sich Migrant*innen der zweiten oder dritten  Generation hier so zuhause fühlen, dass sie hier auch bestattet sein und sich nicht mehr ins Herkunftsland zurückfliegen lassen wollen. Es ist dann aber auch ihr gutes Recht,  auf einem öffentlichen Friedhof in zumutbarer Entfernung vom Wohnort entsprechend den Vorschriften ihrer Religion bestattet zu werden,“ so Stadtrat Gerhard Fritz. Immernhin sei schon bald jede*r zehnte Tiroler*in muslimischen Glaubens.

Betrifft diese Regelung vor allem muslimische Familien in ganz Tirol, so steht auch die Stadt vor einem Problem, denn übernehmen die einzelnen Bezirke keine Verantwortung für ihre Bewohner*innen anderen Glaubens, so führt dies in Innsbruck über kurz oder lang zu einem Platzproblem. Die Novellierung des Gemeindesanitätsdienstgesetzes, das auch Bestimmungen über Bestattungen und Friedhöfe enthält, liegt gerade zur Begutachtung vor.

Hier könnte die Verpflichtung der Gemeinden (zumindest bezirksweise) festgeschrieben werden, auf öffentlichen Friedhöfen Infrastruktur zu schaffen, die es allen anerkannten Religionsgemeinschaften ermöglicht, Bestattungen nach ihren Riten durchzuführen. Alles weitere könnte mit einer Verordnungsermächtigung für die Landesregierung geregelt werden

Diese Forderung wurde auf Antrag von Integrationsstadtrat Gerhard Fritz einstimmig in die städtische Stellungnahme zum Gesetzesentwurf aufgenommen. „Nun ist das Land aufgefordert, Religionsfreiheit und Bürger*innenrechte für alle Tiroler*innen zu gewährleisten“, schließt StR Fritz.