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am 16. Oktober

Qualitätsvolle Trinkwasserver­sor­gung in Gefahr

Thomas Lechleitner - "Kostenerhöhung verhindern, hohe Standards sichern"

Die EU-Kommission hat aktuell die Überarbeitung der EU-Trinkwasserrichtlinien auf der Tagesordnung. Für viele Länder bedeuten die Reformvorschläge eine Qualitätsverbesserung. In Österreich würden vorliegende Abänderungsanträge die Situation jedoch erheblich verschlechtern.  


"Unsere vielen kleinen, lokalen und gemeinnützigen Wasserversorger bieten eine sehr hohe Qualität. Sie denselben Bedingungen wie den großen, oft zentralisierten und ausschließlich profitorientierten Versorgern anderer Länder zu unterwerfen, würde dramatische Kostenerhöhungen und auch Qualitätsverschlechterungen bedeuten", so Thomas Lechleitner, Gesundheitssprecher der Innsbrucker Grünen.


Der Grüne EU-Abgeordnete Thomas Waitz, letzte Woche Gastredner im Innsbrucker Gemeinderat, erklärt zur geplanten Überarbeitung der Trinkwasserrichtlinie: „Wir Grüne befürworten, dass große Wasserversorgungsunternehmen die Qualität des Trinkwassers öfter kontrollieren müssen. Für kleine Wassergemeinschaften würde das jedoch jährlich tausende Euro an Mehrkosten bedeuten.“ Alternativ können die Auslagen auch auf die Endverbraucher*innen umgelegt werden, was massive Kostensteigerungen mit sich bringen würde. 


Die Abstimmung des Europäischen Parlaments erfolgt voraussichtlich in knapp einer Woche, am 22. Oktober 2018. „Bis dahin müssen noch zahlreiche EU-Abgeordnete noch kontaktiert werden, damit das Trinkwasser EU-weit in hoher Qualität gesichert ist,“ so Waitz.

„Wir ersuchen die Bürger*innen, denen die Unabhängigkeit und Gemeinnützigkeit ihrer lokalen Wasserversorger am Herzen liegt, sich an die österreichischen EU-Abgeordneten aller Parteien zu wenden“ ruft Lechleitner auf aktiv zu werden. „Es geht um das wichtige Lebensmittel und die Basis unser aller Gesundheit.“

Unsere EU-Abgeordneten sind aufgerufen, im Interesse der österreichischen Trinkwasserversorgung:

  • dem Vorschlag des Umweltausschusses vom 10.09.18 zu folgen und Ausnahmen für kleinste und kleine Wasserversorger zuzulassen.
  • keinen Änderungsanträgen zuzustimmen, die eine Liberalisierung oder gar Privatisierung des Trinkwassersektors vorantreiben.
  • keinen Änderungsanträgen zuzustimmen, welche die strenge Kontrollverpflichtung von Mikroplastik aus der Richtlinie streichen.
  • keinen Änderungsanträgen zustimmen, die den Ort der Risikobewertung von der "Hausinstallation" auf die "Inneninstallation" ändern.
  • keinen Änderungsanträgen zuzustimmen, welche die Kosten nach einer Verunreinigung von Trinkwasser von den Verursachern auf die Wasserversorger übertragen.