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am 5. November

Alkoholverbot ist kein Allheilmittel

Renate Krammer-Stark, Barbara Neßler - Innsbrucker Grüne für Einbeziehung von Suchtexpert*innen und Anrainer*innen der Mentlvilla.

Heute Früh fand eine eigens einberufende Besprechung der koalitionären Sozial- und Sicherheitssprecher*innen statt, um über die weitere Vorgangsweise zu sprechen, die die Beruhigung der Situation rund um die Mentlvilla zum Ziel hat. Es sind mehrere Möglichkeiten diskutiert worden, wie sich das weitere Prozedere, zum Beispiel die Einrichtung eines Drogenkonsumraums, gestalten kann. Im Rahmen dieser Sitzung ist vereinbart worden, wie die Koalitonäre gemeinsam weiter vorgehen werden, um eine schnelle Deeskalation rund um die Mentlvilla und gleichzeitig eine effektive Verbesserung für die Betroffenen zu bewirken. So sollte zunächst der morgige Bericht der Polizei abgewartet werden, Suchtexpert*innen beigezogen und die Anrainer*innen in Form eines Forums laufend eingebunden werden. 

Dass sich nun der Sicherheitssprecher von Für Innsbruck gleich nach der Sitzung mit einer Meldung an die Öffentlichkeit wendet, überrascht die Innsbrucker Grünen sehr – insbesondere, dass Für Innsbruck einmal mehr darauf hinweist, was nicht geht, anstatt konstruktive Vorschläge einzubringen, die der Situation zuträglich sind.  

"Wir finden es unseriös, das Alkoholverbot quasi als Allheilmittel gegen Suchtkranke und Wohnungslose auf weitere Gebiete in der Stadt auszudehnen – hierdurch wird das Problem nur verlagert, nicht aber gelöst“, weist die Klubobfrau und Sozialsprecherin der Innsbrucker Grünen Renate Krammer-Stark hin und fragt sich gleichzeitig, wo diese Verbotszonen hinführen sollen, „heute ist es die Mentlvilla, morgen andere soziale Einrichtungen, übermorgen das nächste Wohngebiet. Das ist rein von den Überwachungsmöglichkeiten durch die MÜG gar nicht machbar“.

 Die Sicherheitssprecherin der Innsbrucker Grünen, Barbara Neßler, kritisiert, „als Maßnahme ein Alkoholverbot in einem großen Teil von Wilten zu setzen, ist nicht nur billige Sozialpolitik, sondern zeigt ein sozialpolitisches Versagen“ und erhebt klare Forderungen: „Wir pochen auf eine sofortige Einbindung von Suchtexpert*innen, inklusive der Drogenkoordinatorin des Landes, die es ja bereits gibt. Darüber hinaus möchten wir eine dauerhafte Einbindung der Anrainer*innen in Form eines Sicherheitsforums.“ Die Erfahrung gibt den Grünen nämlich Recht – das Forum Haydnplatz und der Sozialstammtisch Hötting West lassen sich bereits als Erfolgsmodelle wahrnehmen, bei dem die Zusammenarbeit zwischen Anrainer*innen, Polizei und Sozialarbeiter*innen als positives Beispiel vorgelebt wird.