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am 28. August

Vorwürfe statt Reformen

Thomas Lechleitner, Zeliha Arslan - „Kinder brauchen Liebe und keine Psychotherapie.“

Mit seiner Aussage, dass Kinder mit homosexuellen Neigungen zum Psychiater gehören, hat Papst Franziskus erneut die Diskussion um „Homoheilung“ angeheizt, wie die gefährliche "Konversionstherapie" auch genannt wird.

„Diese Art psychischer Misshandlung hat nichts mit einer wirklichen Therapie zu tun und führt nicht selten zum Selbstmord des Patienten oder der Patientin. Deshalb ist sie in vielen Ländern bereits verboten“, so der Grüne Gemeinderat Thomas Lechleitner empört.

Die Selbstmordrate bei homosexuellen Jugendlichen liegt 7x höher als im Durchschnitt. „Dazu tragen explizit Wortmeldungen wie die des Papstes bei. Sie legitimieren Diskriminierung und schaffen ein Klima der Angst, Anfeindung und Ausgrenzung“, so Lechleitner. „Dass glücklicherweise nicht alle in der Kirche so denken, zeigt der jährlich stattfindende Arbeitskreis Homosexuellenpastoral in Innsbruck, der sich für Gleichstellung und Austausch einsetzt“, führt Lechleitner einen Lichtblick an. Daneben bemüht sich die Stadt Innsbruck um weitere Maßnahmen der Diskriminierung von Homosexuellen ein Ende zu setzen. "Wir arbeiten eng mit Vereinen zusammen und unterstützen Aktionen, Aufklärungsarbeit und vieles mehr", verweist die Grüne Gemeinderätin Zeliha Arslan auf das Engagement der Stadt.

Am 17. Mai 1990 hat die WHO (Weltgesundheitsorganisation) Homosexualität von der Liste der psychischen Krankheiten gestrichen. „Eine Entscheidung, die damals schon längst überfällig war und doch bis heute nicht zu jedem durchgedrungen scheint“, so Arslan. „Kinder brauchen Liebe und Rückhalt, keine als Therapie getarnten psychischen Verstümmelungen", schließen Lechleitner und Arslan.